Erfahrungsbericht einer Workshop - Teilnehmerin

Hannelore ist sechsundfünfzig Jahre alt und hat die Herausforderung des Feuerlaufs angenommen. Sie erzählte uns zuvor, dass sie schon immer einmal den Feuerlauf ausprobieren wollte, sich jedoch nie getraut hätte, da sie unter familiären Umständen aufgewachsen sei, die ihr kein großes Selbstbewusstsein bescherten. So wurde sie von ihrem Vater unterdrückt und er zeigte ihr jedes Mal auf, was sie alles nicht könne, anstatt sie für Hobbys zu motivieren.

Diese Erziehung hat tiefe Spuren und auch Wunden bei Hannelore hinterlassen, mit denen sie nun aber nicht mehr weiterleben wollte. „Ich dachte mir, 'jetzt bist du schon sechsundfünfzig, willst du dich ewig für das, was dir widerfahren ist, bemitleiden? Tu' doch mal was und probiere etwas aus, was du möchtest!'“, erzählt sie. Ihrem Mann habe sie dann die Idee mitgeteilt. Eines Morgens beim Frühstücken vor ihrem Karibu Gartenhaus hätte sie einfach so das Brotmesser abgelegt und „Ich will den Feuerlauf wagen!“ gesagt.

Dann sei es still gewesen, berichtet ihr Mann. Überrascht von dieser Verkündung, wusste er erst einmal nicht, was er sagen sollte. „Er war wirklich sehr verwirrt, zumindest sah er so aus. Dann hat er mich angestrahlt und mir einen dicken Kuss gegeben!“, erinnert sich Hannelore. Er sagte, er würde alles für mich organisieren, wo ich ihm doch erst bei der Realisierung seines Traumgartens geholfen habe. So haben wir zum Beispiel das Gartenhaus Karibu zusammen aufgebaut.

Gesagt, getan. Ihr Mann Reinhold hielt sein Versprechen und erkundigte sich, meldete Hannelore schließlich für ein Seminar an. „Wir sind dann gemeinsam hin gefahren, ich war so stolz auf meine Frau, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ihr zuliebe habe ich auch mitgemacht!“, berichtet Reinhold und hat dabei heute noch Freudentränen in den Augen. „Diese Erfahrungen waren so wichtig für meine Frau! Ich habe mich immer bemüht, sie zu bestärken, aber der letzte Schritt dazu, dass sie sich selbst glauben konnte, was für ein toller Mensch sie ist – und was für eine starke Frau – konnte erst durch das Überwinden einer Angst erreicht werden!“, meint er.

Mittlerweile sind die beiden begeisterte Läufer, aber noch lieber schauen sie zu und erleben den Kick in Gedanken mit. „Das Mitfiebern mit den Läufern ist fast genauso spannend, wie selbst zu laufen!“, strahlt Hannelore. Schön, dass sie wieder herzhaft lachen kann!!