Physikalische Hintergründe des Feuerlaufs

Feuerläufer zu beobachten, macht uns neugierig darauf, die diese Technik funktioniert und ob man sich dabei wirklich nicht verletzen kann. Wir haben einmal nach physikalischen Erklärungsansätzen für den Feuerlauf gesucht und Folgendes gefunden:

Es ist mittlerweile klar, dass nicht nur die Angstbewältigung dazu beiträgt, dass der Läufer sich nicht verletzt. Auch die Gegebenheiten des Holzes und viele andere Faktoren haben hiermit etwas zu tun, zum Beispiel die

  • Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit. Holz und Kohle haben beispielsweise eine geringe Wärmekapazität, sind also schlechte Wärmeleiter. Das Gleiche gilt für die die Glut umgebende Asche. Aus diesem Grund kann Kohle die Dinge, die sie berühren, nicht wirklich schnell erwärmen. Noch schlechter gelingt dies dann, wenn es sich bei den zu erhitzenden Stoffen um Stoffe mit hoher Wärmekapazität handelt, die noch dazu eine niedrige Wärmeleitfähigkeit haben (z.B. Wasser, aus dem der menschliche Körper zum größten Teil besteht).
  • Verteilung des Gewichts und die Zeit des Kontakts mit der Glut: Im besten Fall bewegt sich der Läufer schnell über die Glut damit er den heißen Untergrund nur kurz mit den Füßen berührt. Allerdings sollte der Läufer auch nicht Rennen oder Laufen, denn dies würde dazu führen, dass er auf Zehenspitzen weiter liefe, was Verbrennungen zur Folge hätte, da sich das ganze Körpergewicht nur auf die Zehenspitzen verteilen würde. Außerdem ist die Haut, die sich an und zwischen den Zehen befindet empfindlicher, da es sich um gering verhornte Haut handelt.
  • Wärmeabfuhr und Isolation: Die Hornhaut gilt aus guter Isolator und wenn der Läufer nur kurz auf den warmen Stellen verbleibt, kann das Blut die Wärme schnell abtransportieren.
  • Löschung der Glut durch die Kontaktzeiten (Sauerstoffentzug). Manche Glutstellen werden innerhalb eines Feuertanzes sogar ausgetreten.


In früheren Zeiten wurde der Leidenfrost – Effekt als wichtiger Effekt zur Überstehung des Feuerlaufs gezählt. Dieser Name bezeichnet ein schützendes Dampfpolster, dass sich zwischen Haut und Glut gebildet hat (durch den Fußschweiß). Dieser Effekt spielt allerdings höchstens eine untergeordnete Rolle beim Feuerlauf.